Mittwoch, 8. Mai 2013
Freitag, 19. April 2013
Auf Reisen Teil I
Endlich habe ich wieder die Zeit und Muße gefunden einen
neuen Bericht hochzuladen, Entschuldigung das es so lang gedauert hat, dafür gibt’s
aber den Bericht auch in 2 Teilen
Über die Osterferien
haben mich meine Eltern und meine Schwester in meiner neuen Heimat Bolivien
besucht und ich bin endlich dazugekommen dieses Land einmal besser kennen zu
lernen und habe einige bis dahin unbekannte Orte besucht.
Angekommen sind meine Eltern in Santa Cruz der nach
Einwohnern größten Stadt Boliviens. Das Klima dort ist warm und trocken. Es
muss ein ordentlicher Klimaschock für meine Eltern gewesen sein, da sie in
Deutschland wohl bei Minusgraden ins Flugzeug gestiegen sind und in Santa Cruz
bei knapp 30° angekommen sind. Dort angekommen besuchten wir die Familie des
ehemaligen Austauschschülers meines Bruder der selbst extra aus Buenos Aires angereist
ist und wir ihn so wieder sehen konnten. Gleichzeitig habe ich noch die anderen
Freiwilligen die in Santa Cruz in einer WG wohnen besucht und mich von ihnen
ins Santacruzeñische Nachtleben einführen lassen.
Nach drei Tagen der Akklimatisierung waren meine Eltern
gerüstet für die Reise nach Cochabamba (immer noch meine Lieblingsstadt). Dort
standen dann die traditionellen Besuche an, wie die Christusstatue die sogar größer
als die wesentlich berühmtere in Rio de Janeiro ist und von wo aus man einen
herrlichen Blick über die gesamte Stadt bekommt, da man auf einem Berg inmitten
der Stadt steht, danach ging es zur „La Cancha“ einer der größten tagtäglichen
Märkte Bolivien auf dem man einfach alles bekommt wenn man nur lang genug sucht
und ich nach mittlerweile 7 Monaten immer noch nicht ganz durchblicke. Außerdem
besuchten wir Freunde der Familie die frühere oder aktuelle Mitglieder der
Gruppe Sacambaya waren. Von Cochabamba ging es dann weiter nach Oruro. Morgens
um 8 Uhr fuhren wir zum cochabambinischen Busterminal und ergatterten uns wie
uns versichert wurde einen Bus mit tollem Ausblick, wie sich herausstellte war
allerdings nur die Aussicht auf den Jean Claude van Damme Film gut und der Bus
hatte auch schon bessere Tage gesehen.
Buena Suerte, dass die Busfahrt nur 4 Stunden ging und wir heil in Oruro
ankamen. Wenn nicht gerade Karneval dort ist zählt Oruro wohl zu den tristesten
und hässlichsten Städten Boliviens, diente für uns aber auch nur als
Übergangsstation da wir noch am gleichen Tag mit dem Zug um einiges bequemer
weiterreisten nach Uyuni, Stadt des wohl berühmtesten Salzsees der Welt. Der Zug mit rotweißer Lock fuhr sehr gemütlich,
das einem auch ja nicht zu schlecht wurde und nach knapp 7 Stunden kamen wir
dann nachts In Uyuni an. Aus Zeitgründen konnten wir leider nur die
Eintagestour machen und so ging es morgens um 10 Uhr mit Titotours auf ins
ewige Weiß. Es ist schon beeindruckend wie sich die Autofahrer manchmal orientieren
können da man ringsherum nur Salz sieht. Auf der Mitte des Salars steht die
Isla Inca Huasi (übersetzt: Haus des Königs) die zu den Höhepunkten der Tour
zählt, da diese komplett von Kakteen besiedelt ist und die teilweise bis zu
1000 Jahre alt sind. Außerdem hat man vom Hochpunkt dieser Insel einen
gigantischen Ausblick auf die Ausmaße des Salars. Danach ging es noch zum „Mittelpunkt
des Salars“ und dem alten Salzhotel welches aufgrund mangelnder Hygiene aber
geschlossen werden musste. Der Salar ist wirklich ein beeindruckendes
Naturerlebnis und darf wohl auf keinem Bolivienbesuch auf der Liste der
Reiseziele fehlen. Auch ich werde nochmal dort hingehen um die längere Tour zu
unternehmen die einen vorbei an heißen Quellen bis hin zur Rosafarbenen Lagune
bringt.
Im zweiten Teil geht es dann noch weiter nach Independencia
über Ostern und danach zur Stadt der Extremen und Rekorde, La Paz. Ich werde
versuchen den zweiten Teil so schnell wie möglich hochzuladen.
Bis dahin, Adios Amigos !
Freitag, 1. März 2013
Karneval und Schulanfang
Wie auch bei uns daheim im Süden Deutschlands ist der Karneval hier
eins der schönsten uns ausgiebigsten Feste des Jahres. Wir haben uns dazu
entschlossen uns auf nach Oruro zu machen welches auch als
„Karnevalshauptstadt“ Boliviens bezeichnet wird, da dort eine 3 tägige riesige
„Entrada“ stattfindet die die zweitgrößte Südamerikas nach der weltberühmten
von Rio de Janeiro sein soll. Bei dieser Entrada treten mehr als 1 Million
Tänzer und Tänzerinnen aus ganz Bolivien in verschiedenen Gruppen auf. Sie
tanzen in buntgeschmückten Kostümen nacheinander durch die Straßen Oruros.
Normalerweise sind die Hostals und Unterkünfte schon Monate zuvor ausgebucht.
Wir hatten aber enormes Glück, da wir in einem Haus unterkamen welches sich
eine Gruppe von Amerikanern gemietet hatte und dort knapp 40 Reisende aus der
ganzen Welt untergebracht waren. Die Mädels hatten auf ihrer Reise Leute kennen
gelernt die dort ebenfalls übernachteten und die uns vermittelten. Weniger
Glück hatten wir mit der Anreise, da uns ein befreundeter Anwalt der aus
Independencia kommt und in Cochabamba wohnt versichert hatte dass wir mit ihm
und einem Freund in dessen Auto Samstagmorgens dort hinfahren würden. Leider kam
aber am Samstagmorgen niemand und die gefühlt 100 Handyanrufe bleiben alle
unbeantwortet. So stand unser Trip nach Oruro kurzzeitig auf der Kippe aber wir
entschlossen uns dennoch bei der Busstation unser Glück zu versuchen und
ergatterten uns den nächsten Bus in Richtung Oruro. Mit knapp 8 Stunden
Verspätung zu der eigentlich geplanten Zeit kamen wir dann doch in Oruro an und
wir wurden nicht enttäuscht, die Leute im Haus hatten zudem noch Sitzplätze auf
einer Tribüne gemietet und so hatten wir beste Sitzplätze auf die teils
spektakulären Tanzauftritte der Gruppen. Je später der Abend wurde desto
spektakulärer auch die Gruppen und es wurde mehrmals durch Feuerwände gegangen
und Feuerwerkskörper gehörten zur Standartausrüstung. Fotos wird es von mir allerdings
leider keine geben, da meine „männliche Unterstützung“ meine Kameraladegerät
samt Batterie als Toilette missbraucht hatte und funktionsuntüchtig machten. Da
auch die Mädels keine Kamera dabei hatten müsst ihr euch die Bilder im Kopf
vorstellen oder einfach mal Karneval Oruro googeln dann kann man sich das in
etwa vorstellen.
Die Tänze dauerten bis morgens um 7 an, wir entschlossen uns allerdings
die Nacht in der größten Disco der Stadt zu verbringen und als wir dann am
nächsten Morgen um 11 Uhr wieder zurück nach Cochabamba fuhren hatten wir eine
lange Nacht hinter uns.
Danach ging es wieder zurück nach Independencia wo nun seit knapp 2
Wochen die Schule wieder angefangen hat und ich wieder den Sportlehrer der Don
Bosco Schule begleite. Hier möchte ich nun etwas selbstständiger werden und
eigene Sportstunden geben, sowie den Kindern Handball näher bringen was hier
völlig unbekannt ist. Ihr merkt an diesem Eintrag der wieder lange gedauert hat, das das Internet welches
bereits seit 2 Monaten hier installiert sein sollte immer noch nicht fertig
ist, und ich langsam den Glauben verliere das dies in meiner Zeit hier noch was
wird. Dennoch werde ich immer wenn ich wieder in Cochabamba bin neue Einträge
veröffentlichen
Bis dahin, Adios Amigos
Donnerstag, 7. Februar 2013
Zwischenseminar
Vom 8. – 15. Januar hatte ich mein für alle Weltwärtsfreiwillige
verpflichtendes Zwischenseminarin Quillacollo, also direkt bei mit in der
„Nähe“.
Ich sah das aber nicht als Pflicht an sondern freute mich sehr darauf
die ganzen anderen vom Vorbereitungsseminar bei dem wir uns in 2 Wochen echt
gut kennen gelernt hatten wieder zu sehen.
Da ich ja der einzige Freiwillige vom BKHW in Independencia bin und
bisher noch nicht die Zeit zum Reisen gefunden habe um so die anderen zu
besuchen.
Die Seminarinhalte waren dieses Mal nicht so erdrückend wie beim
Vorbereitungsseminar und allgemein war die Atmosphäre sehr locker. Wir hatten
nette Seminarleiter und auch ansonsten gab es genug Gesprächsstoff da man die
ganzen Erlebnisse der bisherigen Zeit austauschen konnte.
Auch gewährte man uns 2 freie Abende an denen wir nach Cochabamba in
die Stadt durften. Zudem besuchten wir
ein Projekt in Cochabamba bei dem Kinder von Gefängnisinsassen betreut und
untergebracht werden. Ein Tag war als Ausflugstag gedacht und wir fuhren an
diesem zu einem Platz in den Bergen knapp 30 Minuten von Quillacollo entfernt
an dem ein Schwimmbad mit heißem Thermalwasser aus den Bergen gefüllt ist und
was ein wirklich schöner Ort war.
Am Ende waren 5 Tage fast ein bisschen zu wenig und wir mussten uns
auch gleich anschließend wieder verabschieden da die meisten bereits am
nächsten Tag wieder arbeiten mussten.
Dennoch beendeten wir das Seminar nicht ohne ein schönes Abschiedsfest
mit Grillen und Wein-Flankyball.
Bilder gibt’s hiervon leider keine da ich das irgendwie total vergessen
hab welche zu machen, dafür habe ich ein paar Bilder von der neuen männlichen
Unterstützung für mich im Centro Cultural, nämlich 2 kleine Katzenjungen die
gerade noch Vollzeit in meinem Zimmer wohnen.
Bis dahin, Adios Amigos
Chapare
Meine erste Reise stand an, spontan
entschieden wir uns für ein Wochenende ins Chapare zu fahren, ein tropisches
Gebiet indem hauptsächlich Coca und Früchte angebaut werden und was mit dem
Taxi knappe 4 Stunden von Cochabamba entfernt ist. Wir gingen in das kleine
touristische Städtchen Villa Tunari
Abends um 18 Uhr fuhren wir los und entgegen
der Gewohnheit wurde es nicht kälter sondern wärmer je später es wurde da wir
von 2500m runter auf tropische 400m fuhren. Da wir so spät ankamen hatten wir
Glück das unser Taxifahrer einen Freund hatte der noch Zimmer in seinem Hostel
frei hatte und so fanden wir auch spätabends noch einen Platz zum Schlafen.
Am nächsten Morgen trafen wir dann eine
deutsche Freiwillige die in Buenos Aires arbeitet und gerade auf Bolivien
Urlaub war, mit ihr zusammen machten wir uns auf den Weg zum Parque Carasco
welcher ein großer Naturpark sein sollte. Nachdem wir dort aber knapp 2,5
Stunden auf einen Führer den man unbedingt braucht gewartet haben und uns
unzählige Moskitostiche zuzogen verging uns die Lust und wir sind wieder
gegangen. Ziemlich gestresst half uns
dann wieder unser Taxifahrer indem er uns zu einer Flussstelle brachte die
wirklich schön und idyllisch war, dort badeten und entspannten wir uns.
Anschließend gingen wir noch Fisch essen, was für mich das erste Mal in
Bolivien der Fall war ich aber öfters hätte tun sollen da er wirklich lecker
war. Da es aber sehr schwül und heiß war,
waren wir danach so fertig dass wir uns erst mal ausruhen mussten und ich
war heilfroh dass wir einen Ventilator
im Zimmer hatten. Am Abend gingen wir noch wirklich lecker Essen und waren
danach wirklich total erschöpft da die Hitze ungewohnt und heftig kam.
Am darauffolgenden Tag gingen wir in den für
das Dorf berühmten Park indem kranke und herrenlose Tiere wieder aufgepäppelt
und an Menschen gewöhnt werden, dort leben Affen und Pumas, die man aber leider
nur sehr selten zu Gesicht bekommt, frei in einem großen Gelände. Der Aufstieg
ist zwar mühsam und schweißtreibend wegen dem schwülen Klima, aber er lohnt
sich, man hat einen schönen Ausblicke und pure Natur.
Anschließend fuhren wir tief in den Dschungel
zu den „Columbinas, den Schaukeln die dort an den Bäumen festgemacht sind und
von 4m bis zu 18m Höhe gehen. Fast
besser als bei jeder Achterbahnfahrt nur kürzer sind die Adrenalinschüsse bei
solchen Schaukelaktionen.
Danach war es für uns allerdings auch schon zu
Ende mit dem Wochenendtrip ins Chapare und wir gingen die Heimfahrt an, jedoch
nicht ohne einen gelungenen Abschluss, da wir wieder mit der Hilfe unseres
Taxifahrers auf halber Strecke bei einem seiner Freunde hielten, welcher eine
riesige Forellenzucht hatte und diese auch frisch zubereitete. Selten solch
leckeren Fisch gegessen
Alles in Allem war es echt die Reise wert und
ich bin froh endlich etwas mehr von dem Land gesehen zu haben und freue mich
schon auf jede noch kommende Reise
Bis dahin, Adios Amigos !
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