Freitag, 1. März 2013

Karneval und Schulanfang



Wie auch bei uns daheim im Süden Deutschlands ist der Karneval hier eins der schönsten uns ausgiebigsten Feste des Jahres. Wir haben uns dazu entschlossen uns auf nach Oruro zu machen welches auch als „Karnevalshauptstadt“ Boliviens bezeichnet wird, da dort eine 3 tägige riesige „Entrada“ stattfindet die die zweitgrößte Südamerikas nach der weltberühmten von Rio de Janeiro sein soll. Bei dieser Entrada treten mehr als 1 Million Tänzer und Tänzerinnen aus ganz Bolivien in verschiedenen Gruppen auf. Sie tanzen in buntgeschmückten Kostümen nacheinander durch die Straßen Oruros. Normalerweise sind die Hostals und Unterkünfte schon Monate zuvor ausgebucht. Wir hatten aber enormes Glück, da wir in einem Haus unterkamen welches sich eine Gruppe von Amerikanern gemietet hatte und dort knapp 40 Reisende aus der ganzen Welt untergebracht waren. Die Mädels hatten auf ihrer Reise Leute kennen gelernt die dort ebenfalls übernachteten und die uns vermittelten. Weniger Glück hatten wir mit der Anreise, da uns ein befreundeter Anwalt der aus Independencia kommt und in Cochabamba wohnt versichert hatte dass wir mit ihm und einem Freund in dessen Auto Samstagmorgens dort hinfahren würden. Leider kam aber am Samstagmorgen niemand und die gefühlt 100 Handyanrufe bleiben alle unbeantwortet. So stand unser Trip nach Oruro kurzzeitig auf der Kippe aber wir entschlossen uns dennoch bei der Busstation unser Glück zu versuchen und ergatterten uns den nächsten Bus in Richtung Oruro. Mit knapp 8 Stunden Verspätung zu der eigentlich geplanten Zeit kamen wir dann doch in Oruro an und wir wurden nicht enttäuscht, die Leute im Haus hatten zudem noch Sitzplätze auf einer Tribüne gemietet und so hatten wir beste Sitzplätze auf die teils spektakulären Tanzauftritte der Gruppen. Je später der Abend wurde desto spektakulärer auch die Gruppen und es wurde mehrmals durch Feuerwände gegangen und Feuerwerkskörper gehörten zur Standartausrüstung. Fotos wird es von mir allerdings leider keine geben, da meine „männliche Unterstützung“ meine Kameraladegerät samt Batterie als Toilette missbraucht hatte und funktionsuntüchtig machten. Da auch die Mädels keine Kamera dabei hatten müsst ihr euch die Bilder im Kopf vorstellen oder einfach mal Karneval Oruro googeln dann kann man sich das in etwa vorstellen.
Die Tänze dauerten bis morgens um 7 an, wir entschlossen uns allerdings die Nacht in der größten Disco der Stadt zu verbringen und als wir dann am nächsten Morgen um 11 Uhr wieder zurück nach Cochabamba fuhren hatten wir eine lange Nacht hinter uns.

Danach ging es wieder zurück nach Independencia wo nun seit knapp 2 Wochen die Schule wieder angefangen hat und ich wieder den Sportlehrer der Don Bosco Schule begleite. Hier möchte ich nun etwas selbstständiger werden und eigene Sportstunden geben, sowie den Kindern Handball näher bringen was hier völlig unbekannt ist. Ihr merkt an diesem Eintrag der wieder  lange gedauert hat, das das Internet welches bereits seit 2 Monaten hier installiert sein sollte immer noch nicht fertig ist, und ich langsam den Glauben verliere das dies in meiner Zeit hier noch was wird. Dennoch werde ich immer wenn ich wieder in Cochabamba bin neue Einträge veröffentlichen

Bis dahin, Adios Amigos

Donnerstag, 7. Februar 2013

"maennliche" Unterstuetzung

Zwischenseminar



Vom 8. – 15. Januar hatte ich mein für alle Weltwärtsfreiwillige verpflichtendes Zwischenseminarin Quillacollo, also direkt bei mit in der „Nähe“.
Ich sah das aber nicht als Pflicht an sondern freute mich sehr darauf die ganzen anderen vom Vorbereitungsseminar bei dem wir uns in 2 Wochen echt gut kennen gelernt hatten wieder zu sehen.
Da ich ja der einzige Freiwillige vom BKHW in Independencia bin und bisher noch nicht die Zeit zum Reisen gefunden habe um so die anderen zu besuchen.
Die Seminarinhalte waren dieses Mal nicht so erdrückend wie beim Vorbereitungsseminar und allgemein war die Atmosphäre sehr locker. Wir hatten nette Seminarleiter und auch ansonsten gab es genug Gesprächsstoff da man die ganzen Erlebnisse der bisherigen Zeit austauschen konnte.
Auch gewährte man uns 2 freie Abende an denen wir nach Cochabamba in die Stadt durften. Zudem  besuchten wir ein Projekt in Cochabamba bei dem Kinder von Gefängnisinsassen betreut und untergebracht werden. Ein Tag war als Ausflugstag gedacht und wir fuhren an diesem zu einem Platz in den Bergen knapp 30 Minuten von Quillacollo entfernt an dem ein Schwimmbad mit heißem Thermalwasser aus den Bergen gefüllt ist und was ein wirklich schöner Ort war.
Am Ende waren 5 Tage fast ein bisschen zu wenig und wir mussten uns auch gleich anschließend wieder verabschieden da die meisten bereits am nächsten Tag wieder arbeiten mussten.
Dennoch beendeten wir das Seminar nicht ohne ein schönes Abschiedsfest mit Grillen und Wein-Flankyball.
Bilder gibt’s hiervon leider keine da ich das irgendwie total vergessen hab welche zu machen, dafür habe ich ein paar Bilder von der neuen männlichen Unterstützung für mich im Centro Cultural, nämlich 2 kleine Katzenjungen die gerade noch Vollzeit in meinem Zimmer wohnen.
Bis dahin, Adios Amigos

Bilder Chapare

Chapare



Meine erste Reise stand an, spontan entschieden wir uns für ein Wochenende ins Chapare zu fahren, ein tropisches Gebiet indem hauptsächlich Coca und Früchte angebaut werden und was mit dem Taxi knappe 4 Stunden von Cochabamba entfernt ist. Wir gingen in das kleine touristische Städtchen Villa Tunari
Abends um 18 Uhr fuhren wir los und entgegen der Gewohnheit wurde es nicht kälter sondern wärmer je später es wurde da wir von 2500m runter auf tropische 400m fuhren. Da wir so spät ankamen hatten wir Glück das unser Taxifahrer einen Freund hatte der noch Zimmer in seinem Hostel frei hatte und so fanden wir auch spätabends noch einen Platz zum Schlafen.
Am nächsten Morgen trafen wir dann eine deutsche Freiwillige die in Buenos Aires arbeitet und gerade auf Bolivien Urlaub war, mit ihr zusammen machten wir uns auf den Weg zum Parque Carasco welcher ein großer Naturpark sein sollte. Nachdem wir dort aber knapp 2,5 Stunden auf einen Führer den man unbedingt braucht gewartet haben und uns unzählige Moskitostiche zuzogen verging uns die Lust und wir sind wieder gegangen.  Ziemlich gestresst half uns dann wieder unser Taxifahrer indem er uns zu einer Flussstelle brachte die wirklich schön und idyllisch war, dort badeten und entspannten wir uns. Anschließend gingen wir noch Fisch essen, was für mich das erste Mal in Bolivien der Fall war ich aber öfters hätte tun sollen da er wirklich lecker war.  Da es aber sehr schwül und heiß war, waren wir danach so fertig dass wir uns erst mal ausruhen mussten und ich war  heilfroh dass wir einen Ventilator im Zimmer hatten. Am Abend gingen wir noch wirklich lecker Essen und waren danach wirklich total erschöpft da die Hitze ungewohnt und heftig kam.
Am darauffolgenden Tag gingen wir in den für das Dorf berühmten Park indem kranke und herrenlose Tiere wieder aufgepäppelt und an Menschen gewöhnt werden, dort leben Affen und Pumas, die man aber leider nur sehr selten zu Gesicht bekommt, frei in einem großen Gelände. Der Aufstieg ist zwar mühsam und schweißtreibend wegen dem schwülen Klima, aber er lohnt sich, man hat einen schönen Ausblicke und pure Natur.
Anschließend fuhren wir tief in den Dschungel zu den „Columbinas, den Schaukeln die dort an den Bäumen festgemacht sind und von 4m bis zu 18m Höhe gehen.  Fast besser als bei jeder Achterbahnfahrt nur kürzer sind die Adrenalinschüsse bei solchen Schaukelaktionen.
Danach war es für uns allerdings auch schon zu Ende mit dem Wochenendtrip ins Chapare und wir gingen die Heimfahrt an, jedoch nicht ohne einen gelungenen Abschluss, da wir wieder mit der Hilfe unseres Taxifahrers auf halber Strecke bei einem seiner Freunde hielten, welcher eine riesige Forellenzucht hatte und diese auch frisch zubereitete. Selten solch leckeren Fisch gegessen
Alles in Allem war es echt die Reise wert und ich bin froh endlich etwas mehr von dem Land gesehen zu haben und freue mich schon auf jede noch kommende Reise
Bis dahin, Adios Amigos !

Donnerstag, 3. Januar 2013

Silvesterbilder

Silvester in Bolivien



Silvester wollte ich eigentlich in La Paz verbringen da ich dort einige Leute besuchen und treffen wollte, darauf hatte ich mich auch schon sehr gefreut und war dann ziemlich enttäuscht als uns gesagt wurde dass wir nicht vor dem 3. Januar hier wegkönnen, da am 1. Und 2. Januar die jährliche Evaluation des CCA stattfindet an der wir bitte teilnehmen sollten.
Vertröstet hat man uns damit dass auch hier im Centro eine große Feier stattfinden wird. Also haben wir uns damit abgefunden und haben alles für die Feier vorbereitet indem wir Bier einkauften und den bolivianischen Kontrapart zu Glühwein machten, Leche de tigre ein Getränk aus heißer Milch, Zimt Kokosraspeln und ordentlich „Drago“ ein hiesiger Schnaps gerne auch verfeinert mit 96%im Alkohol. Klingt weniger lecker schmeckt dafür umso besser und deshalb waren bei diesem Getränk wohl wir selbst unsere besten Kunden. Ein Fest ohne nicht-alkoholische Getränke in Deutschland wohl kaum vorstellbar hier Gang und Gebe da es keine Fahrer und so gut wie keine Abstinenzler auf welche allgemein wenig Rücksicht genommen wird gibt.
Es kamen weit weniger Leute als wir erwartet haben, dennoch haben wir den ganzen Alkohol losbekommen was schon genug über den späteren Zustand der Leute sagt, dennoch war es ein sehr schönes Fest bei dem viel getanzt, getrunken und ordentlich gefestet wurde.
Um 0 Uhr wird sich hier mit ordentlich Konfetti und Krachern herzlichst ein Neu-Jahr gewunschen und wir haben sogar ein Sektähnliches Getränk ausfindig gemacht mit dem wir anstoßen oder eher welches wir weiterreichen konnten.
Gefeiert wurde bis um 8 Uhr morgens und dementsprechend sah auch der Saal aus welcher allerdings mit genügend Wasser fast besser als zuvor aussah.
Die Evaluation wurde kurzfristig doch auf den 31. Dezember gelegt und war sehr lang und es war verdammt schwer sich ständig auf das Gesprochene zu konzentrieren da verständlicherweise alles auf Spanisch war. Wir stellten unsere bisherige Arbeit vor und erfuhren was wir in Zukunft noch machen sollen. Zudem wurde öfters der bevorstehende notwendige Generationswechsel erwähnt beidem der Direktor Jorge Aquino kürzer treten möchte und die Verantwortung an Jüngere weitergeben möchte. Dies wird allerdings sehr schwer da er bisher sehr vieles gemacht hatte und es den jungen Mitarbeitern noch an Erfahrung und Organisatorischem Know-how fehlt.
Was dies angeht bin ich sehr gespannt wie das CCA in einigen Jahren aussieht und hoffe dass es weiterhin Plätze für Freiwillige anbietet, da es eine super Erfahrung und ganz tolle Bekanntschaften sind.
Ich bin auch gespannt was hier im neuen Jahr 2013 noch alles auf mich wartet und nehme jede einzelne neue Erfahrung aus der bisherigen Zeit mit.

Bis dahin, Adios Amigos!